Haltestelle Kisaragi

Haltestelle Kisaragi

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Die Legende um die Kisaragi Haltestelle kam in einem japanischen Message-Board namens 2chan auf. Das Board ist immer wieder Sammelplatz unerklärlicher Phänomene und urbaner Legenden. So gibt es dort auch einen Thread, der dazu auffordert, seltsame Vorkommnisse zu posten. Genau hier postete 2004 eine Userin ihre Erlebnisse in Echtzeit.

Bei der Kisaragi Haltestelle handelt es sich um eine eigentlich nicht existente Haltestelle. Es ist nicht bekannt, wo sie liegt, denn sie ist auf keiner Karte verzeichnet. Berichten zufolge soll eine Frau sie in der Shizuoka Präfektur, Chūbu Region, Japan, über die Enshū-Linie erreicht haben. Nach dem ersten Vorfall gab es weitere Meldungen von Menschen, die bei der Station gelandet sind, jedoch ist fraglich, wie glaubwürdig manche sind.

Nichtsdestotrotz …

Was hat es mit der Haltestelle Kisaragi auf sich?

Durch die berichteten Erlebnisse scheint es sich um einen Ort zu handeln, der auf der Grenze zwischen der diesseitigen Welt und der Geisterwelt liegt. Der Name wird allgemein in Hiragana geschrieben, doch gibt es Versionen unter anderem mit dem Kanji für »Dämon«.

Es handelt sich um eine isolierte Haltestelle, die von keinerlei Personal besetzt ist. Anzeigetafeln sind alt und unleserlich, Bänke und Automaten zum Teil verrottet. Alles wirkt heruntergekommen und nur wenige Lampen erhellen den kleinen Bahnsteig. Taxis oder Telefonzellen sind nicht zu finden. Die bisherigen Berichte wurden direkt über Handys kommuniziert oder im Nachhinein erzählt.

Draußen vor der Bahnstation befinden sich einige Berge und Felder. Ansonsten versinkt alles in Dunkelheit und nur die Gleise bieten eine Möglichkeit sich zu orientieren.

Gerüchten zufolge soll die Haltestelle Hina die nächstgelegene sein. Jedoch ist die Aussage mit Vorsicht zu genießen. Möglicherweise wurde der Standpunkt genannt, weil er in einer bekannten Umgebung der ersten Besucherin lag. Denn obwohl ihr Bericht der erste und bisher gewichtigste für die Legende ist, so ist nicht sicher, ob die Haltestelle nur auf diesem Weg zu erreichen ist. Es könnte möglich sein von unterschiedlichen Startpunkten in einen Zug zu gelangen, der einen zu dieser abgelegenen Bahnstation bringt.

»Anreise«

Die bisher bekannte Route startete mit einem Zug von Shin-Hamamatsu in Richtung Nishi-Kajima. Hierbei handelt es sich um eine späte Bahn in der Nacht oder sogar die letzte, die überhaupt noch fährt. Obwohl die Bahnlinie normalerweise alle paar Minuten eine Haltstelle anfährt, wird der Zug schließlich längere Zeit nicht mehr anhalten. Es können sich andere Passagiere in den Abteilen befinden, die jedoch nicht ansprechbar sind. Sie scheinen tief und fest zu schlafen. Beim Versuch den Schaffner zu erreichen kommt man nur an eine Fahrerkabine, die mit Jalousien uneinsichtig verhangen ist. Auch auf Klopfen wird nicht reagiert. Vor den Fenstern wird nichts als Dunkelheit zu erkennen sein, bis man ein Schild passiert, das den Namen eines Tunnels verrät: »Isanuki«. Es ist möglich, dass die Aussprache anders lautet, denn die Kombi an Kanji ist recht ungewöhnlich und wird sonst nie verwendet. Das Auftauchen des Isanuki-Tunnels ist fester Bestandteil.

Nachdem dieser Durchgang passiert wurde, wird der Zug langsamer und hält schließlich an der Haltestelle Kisaragi.

Verlässt man die Bahn, wird diese wieder abfahren und dem Besucher keine Chance mehr lassen einzusteigen. Man bleibt an der verlassenen Station allein zurück.

Hilfe und Möglichkeiten

Ohne Handy wird man keine Chance haben, andere Menschen zu erreichen. Doch selbst wenn man ein Smartphone mit sich trägt, wird niemand herausfinden, wo die Haltestelle liegt. Somit ist es nicht möglich den Verlorenen abzuholen.

Auch die Polizei hat keine Mittel zu helfen und es wird sogar berichtet, dass sie aufgebracht reagiert und alles für einen schlechten Scherz hält.

Entscheidet man sich die Station zu verlassen, indem man den Gleisen folgt, so wird irgendwann ein Mann hinter einem auftauchen. Er ruft einem Warnungen zu, dass es gefährlich ist, hier zu laufen, und dreht man sich zu ihm, erkennt man, dass er nur noch ein Bein hat. Er wird verschwinden.

Doch damit hören die Heimsuchungen nicht auf. In der Ferne hallen Trommelschläge und Glockengeräusche zu einem heran. Manche behaupten, es könnte eine Geisterparade sein oder ein Fest der Anderwelt. Diesen Verursachern begegnete bisher jedoch niemand oder vielleicht tat es auch jemand, aber dann war er nicht mehr in der Lage davon zu berichten.

Läuft man weiter den Schienen nach, wird man den Tunnel erreichen und kann hindurch gelangen. Doch auf der anderen Seite ist man noch längst nicht in Sicherheit.

Trotz der späten Uhrzeit wird dort ein Mann warten. Freundlich und hilfsbereit wird er jeden sofort einladen, in seinem Auto mitzufahren und zur nächstgelegenen Station oder zu einem Hotel zu bringen, um Hilfe zu finden.

Einmal in seinem Wagen wird man es schwer haben wieder zu entkommen. Und sobald man mit ihm fährt, wird sich sein anfangs so zuvorkommendes Verhalten schlagartig ändern.

Er wird nur noch vor sich hinmurmeln und einen immer weiter in die Berge fahren. Möglicherweise ist dies das Letzte, was man je hören und sehen wird …

Ursprung

Wie schon erwähnt gehen die meisten Informationen auf Posts auf dem 2chan-Forum zurück. Dort war es eine Userin namens Hasumi, die ihre Erlebnisse in Echtzeit schilderte und zuletzt auch in das Auto des Mannes stieg.

Andere User auf 2chan hatten ihr die ganze Zeit über beigestanden und Ratschläge gegeben. Auf die letzten, nicht mit dem Mann zu fahren, hatte sie allerdings nicht gehört. Vielleicht war sie psychisch zu mitgenommen, um in dem Fremden, etwas anderes als eine Rettung zu sehen.

Nach diesem Erlebnis wurde es still um Hasumi. Sie hat nicht mehr auf dem Message-Board gepostet. Immer wieder gab es einige Leute, die sich als Hasumi outeten, jedoch stellte sich bei allen heraus, dass es sich nicht um die Echte handelte.

Weitere Berichte auf Twitter oder anderen Socialmedia-Kanälen folgten. Daraus, sofern sie stimmen, ist abzuleiten, dass auch andere Bahnlinien von dem Phänomen betroffen sein können.

7 Jahre später, also 2011, gab es dann doch noch ein Lebenszeichen von Hasumi. Sie berichtete nun, dass sie dem Fahrer entkommen war, als sie schließlich angehalten hatten. Ein zweiter Mann war aufgetaucht und hatte ihr geraten, zu fliehen, was sie auch sofort befolgt hatte. Diesmal hörte sie auf den Rat und lief und konnte auf diese Weise wieder zurück in die diesseitige Welt gelangen.

Doch kam sie im Jahr 2011 an. Für sie war die ganze verstrichene Zeit nicht vergangen. Sie war immer noch so alt, wie an dem Tag vor 7 Jahren, an dem sie verschwunden war.

Also, pass auf, dass du nicht auch irgendwann in einem Zug landest, der an der Kisaragi Haltestelle endet. Die Chancen wiederzukehren sind und bleiben gering, und nur zu schnell wird man auf ewig in die Geisterwelt gezogen.

Nachwort von Ellen

Kisaragi Station hat sich zu einer sehr einschlägigen urban legend gewandelt. Die Macher »Chilla’s Art« haben sich weitläufig an der Legende in ihrem Werk »The Ghost Train« orientiert. Es fließen noch kleinere legendenähnliche Situationen ein. So trifft man im Zug auf Leute, die man später nicht mehr sehen kann, jedoch in der Reflexion der Scheibe zu erkennen sind. Die geht auf eine Erzählung zurück, in der ein Mann im Zug fährt und neben sich eine Frau in den Fenstern gegenüber erkennt. Er denkt sich nichts dabei und es reagiert auch niemand groß auf sie. Irgendwann spricht sie ihn an. Zu verwirrt, um etwas zu erwidern, verlässt er den Zug. Als er am nächsten Tag fährt, kommt eine ältere Dame zu ihm, scheinbar froh ihn wiederzusehen. Sie erklärt ihm, dass man besser nicht mit den Toten interagiert, die nur noch als Geister existieren und lediglich sichtbar sind in der Spiegelung der Scheiben.

Die Endstation ist jedoch eindeutig an der Legende zur »Kisaragi Station« angelehnt und kennt man den original Post und hangelt sich an dem entlang was die Userin erzählte, kann man ein bestimmtes Ende freischalten.

Wer also auf sichere Weise einmal selbst die Kisaragi Station erkunden möchte, kann es hier versuchen. Die Bahnstation hat’s aber noch weiter geschafft. So ist in Japan 2022 ein neuer Film dazu erschienen mit dem Titel »Kisaragi«.

Im nächsten Post bekommt ihr die komplette Übersetzung des Erfahrungsberichtes und könnt genau nachlesen, wie es Hasumi ergangen ist.

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